Über unsere Aktivitäten
Ernst, immer ins Gebet vertieft und ohne Gefühlsregungen- so sieht für manchen wohl der typische Ministrant aus. In Marktoberdorf zumindest trifft dieses Bild absolut nicht zu.
Samstagmorgen: Stau am Marktoberdorfer Bahnhof, ein höchst seltenes
Ereignis. Eine Gruppe von knapp 70 Mädchen und Jungen drängelt
sich in den Zug Richtung Augsburg.
Panische Gesichter bei den bereits im Zug sitzenden Personen. Schon wieder
ein Nachhol-Schultag der durch einen Wandertag genutzt wird?
Weit gefehlt, die Marktoberdorfer Ministranten machen sich mitsamt ihrem
Kaplan Reinfried Rimmel auf den Weg zum Christkindlesmarkt.
Generationenwechsel
Der Besuch der Chriskindlesmärkte in Nürnberg und Augsburg- nur
eine von zahlreichen Neuerungen im Schuljahr 2009/2010. „Das Jahr
des großen Überganges“ mit zwei neuen Oberministranten,
einer beinahe komplett erneuerten Leiterrunde und einem neuen Kaplan- so
hätte man es im Ausblick im Juli 2009 wohl bezeichnen müssen.
Doch von Startschwierigkeiten keine Spur, reibungslos verläuft der
Wechsel zwischen der „alten“ Generation, die nun zu neuen Zielen
in Studium und Beruf aufbricht, und der „neuen“, die voller
Vorfreude und Tatendrang loslegt.
So wird das Schuljahr erstmals mit einem gemeinsamen Ministrantenwochenende
Anfang Oktober begonnen. Hier bildet sich die Grundlage für alle weiteren
Aktivitäten, die Gemeinschaft unter den Ministranten.
In Sketchen und mit Plakaten stellen die Ministranten der Pfarreiengemeinschaft,
also St. Magnus, St. Martin und St. Josef (Rieder), die Besonderheiten ihrer
jeweiligen Pfarrei dar.
Das Interesse sich untereinander besser kennenzulernen ist geweckt.
Programmreicher Januar
Nach den ruhigen Weihnachtstagen starten die Ministranten wieder durch,
ein Großteil opfert drei Ferientage, um an der größten
Hilfsaktion von Kindern für Kinder, dem „Sternsingen“,
teilzunehmen. Drei Tage gehen die Ministranten von Tür zu Tür,
schreiben den Segen an und bitten um Spenden, in diesem Jahr für Kinder
im Senegal.
Dass es sich gelohnt hat, zeigt sich am Abend des letzten Tages, an dem
ein gemeinsamer „Danke“-Abend, auch dies eine Neuerung, für
die Marktoberdorfer Sternsinger veranstaltet wird. Die jüngste Ministrantin
darf feierlich das Sammelergebnis verkünden. Großer Jubel, das
Ziel, ein neuer Spendenrekord, wurde geschafft: über 18.000 €!
Nur zwei Wochen nach Ende der Sternsinger-Aktion treffen sich die größeren
Ministranten am Freitag und Samstag zu einem Leiterkurs, in dem sie den
Umgang mit Konflikten und die Vorbereitung und Durchführung von Gruppenstunden
lernen.
In den darauffolgenden Wochen finden in beiden Pfarreien Elternabende statt,
in denen die Arbeit der Ministranten präsentiert wird. Stolz präsentieren
die einzelnen Gruppen ihren zahlreich erschienenen Eltern Präsentationen,
ein Quiz und einen Sketch.
Sportlicher Februar
Der nicht minder programmreiche Februar wird durch den traditionellen Minifasching
im Pfarrheim St. Magnus eingeleitet. Unter dem Motto „Magie und Zauberei“
treffen sich Zauberer, Hexen und allerlei andere magische Wesen zu witzigen
Spielen und viel Essen.
Ende Februar richtet Marktoberdorf das Dekanats-Ministrantenfußballturnier,
zu dem die Pfarreiengemeinschaft vier Mannschaften entsendet, aus. Prompt
gewinnt auch die Mannschaft der „Großen“ ihr Turnier und
sorgt dafür, dass der goldene Pokal in Marktoberdorf bleibt.
In der Fastenzeit werden zwei Frühschichten am Freitagmorgen von den
Leitern der Ministranten gestaltet.
Hohe Beteiligung
Was auffällt ist die rege Beteiligung der Ministranten an den angebotenen
Aktivitäten.
Auch für das restliche Schuljahr ist noch einiges geplant, so z.B.
ein Besinnungswochenende für die großen Ministranten oder die
Teilnahme an der Internationalen Ministrantenwallfahrt nach Rom Anfang August.
Ministrant sein, dass ist hier nicht nur der sonntägliche Dienst am
Altar sondern auch eine willkommene Ablenkung vom Alltag in der Schule und
zu Hause.
Katholik sein, das ist für die Kinder und Jugendlichen nicht nur ein
Eintrag in Registern und Pässen sondern auch eine Lebenseinstellung.
Diese verbindet sie und führt zu neuen Freundschaften.
Michael Haas

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